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Down South Via Canning Stock Route

Montag, 5. Juli 2004
Die Kimberley haben wir über den Great Northern Highway in Richtung Süden verlassen und sind in Halls Creek auf die Tanami Road gefahren, die uns nach weiteren 170 km zur Canning Stock Route (CSR) führt. Vor uns liegen rund 1900 km auf einem Four-Wheel-Drive Track durch die Great Sandy Desert, die Gibson Desert und die Little Sandy Desert. Rein optisch ist das eine Art Shortcut von den Kimberley nach Perth, in Realität aber die langsamste und abgelegenste Strecke, die wir wählen können. Wir rechnen mit 19 - 20 Tagen Fahrzeit.

Die Canning Stock Route - eine der längsten und einsamsten Viehtrieb-Strecken der Welt - wurde in den siebziger Jahren von Geländewagenfahrern wiederentdeckt, nicht nur als fahrerische Herausforderung sondern auch als historisch bedeutsame Route (Heritage Trail) aus der Zeit vor den Road Trains. Wenige der ursprünglichen 51 Brunnen und Wasserstellen sind noch intakt, einige wurden von australischen Four Wheel Drive Clubs restauriert und so können sich Reisende heute dort relativ sicher mit gutem Trinkwasser versorgen. Wir starten die "Canning" im Norden, beginnend bei der Aboriginal Community Billiluna, wo wir noch einmal volltanken.

WARNING
"This is not an easy trip and you need to be thoroughly prepared and have your vehicle in first-class shape before you start. People still die in this extremely remote region when their vehicle breaks down ... If it fails out here, you are in real trouble!"
So steht es im Lonely Planet Reiseführer, und wir hoffen alles nur mögliche getan zu haben. Ein etwas seltsames Gefühl befällt uns dennoch: nur nicht daran denken, was alles passieren könnte!

1. Tag, Montag, 5. Juli 2004.
Die Tanami Desert empfängt uns mit frisch-grünem Spinifex, rotem Sand und tiefblauem Himmel. Nachmittags um halb drei sind wir von Billiluna losgefahren, weit wollen wir heute nicht mehr. Nach rund 80 km erreichen wir einen kleinen temporären "See" im Überflutungsgebiet des Sturt Creek nahe Lake Gregory. Auch hier hatte es in der letzten Zeit ausgiebige Regenfälle gegeben. Dann sehen wir es mit Schrecken: An unserem schon mehrfach reparierten Edelstahl-Wassertank ist schon wieder eine Schweißnaht aufgerissen! Unser kostbares Trinkwasser fließt in den roten Sand, wir stellen Eimer und Gefäße darunter und fangen so auf, was noch zu retten ist. Vor einigen Wochen hatten wir als Lösung für den Notfall einen 100 Liter Wassersack gekauft, in den wir jetzt das Wasser umfüllen können.
Wir campen am See, genießen trotzdem einen schönen Sonnenuntergang und beobachten Pelikane in der Wüste. Gegen acht Uhr geht der Dreiviertelmond über dem See als glühend roter Ball vor dem schwarzen Nachthimmel auf, sein Spiegelbild läßt die Wasserfläche leuchten.

2. Tag, Dienstag, 6. Juli 2004
die Nacht war angenehm kühl, um 5.30 Uhr ging die Sonne auf, wunderschön. In der Ferne sind Kookaburras zu hören. Um den riesigen 100 Liter Wassersack im Auto zu lagern, müssen wir die Einrichtung etwas umbauen. Gegen 11 Uhr ist alles fertig und wir fahren endlich los, zur ersten Canning Sock Route Wasserstelle, Well 51. Der Brunnen und das später installierte Windrad sind nicht mehr in Betrieb und wir fahren direkt weiter bis Well 49. Rund 50 km durch dichtes Gestrüpp mit gelb und rot blühenden Büschen, es duftet nach Zitrone und Honig. Mittags kommt uns ein Fahrzeug entgegen: zwei Australier, sie haben es nach rund drei Wochen fast "geschafft". Wir fragen sie, wie die Fahrt war. - "Oh, the Canning was beautiful, but when will we finally reach a decent road?" - Sie wollen heute noch nach Derby.
Nähe Well 49. campen wir in einem kleinen Wald aus Wüsteneichen - Desert Oaks.

 

3. Tag, Mittwoch, 7. Juli 2004
Heute morgen haben wir noch lange mit Barbara und Felix aus der Schweiz geschwätzt und zahlreiche interessante Tips für die CSR Tour bekommen. Sie sind von Süden gekommen und werden heute nach rund drei Wochen Busch und Wüste wieder in die Zivilisation zurückkehren.
Am Well 49 gibt es gutes Trinkwasser, damit können wir die Verluste aus dem Wassertank auffüllen.

sign


Weiterfahrt abwechselnd durch dichtes Buschland und Spinifex-Ebenen zu den Breaden Hills. Camp im Breaden Valley. Eine klare Nacht mit überwältigendem Sternenhimmel, das Southern Cross, die unendliche Milchstraße und zwei Sternschnuppen, die hier "shooting stars" heißen.

 

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Spinifex at the Canning
near Lake Gregory
near Lake Gregory
desert oaks
Well 49
Breaden Hills

© 2004 Ingrid Weidig, Bernhard Boedeker
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