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To Kakadu And The Kimberley

Montag, 21. Juni 2004
Für den 95 km langen Track zum Mitchell Falls National Park haben wir über drei Stunden gebraucht, es war eine elende Rüttelei auf der "unmaintained road" durch die Wildnis. Noch bis etwa 1960 waren die ausgedehnten Monsunregenwälder dieser Region weitgehend unbekanntes Land.

rainforest

Vom Campground/ Carpark des National Parks aus muss man etwa drei recht anstrengende Kilometer durch den Busch und über Felsen klettern, dann durch den kalten und sehr schnell fließenden Fluß waten, um endlich die Mitchell Falls in ihrer ganzen Schönheit bewundern zu können. Die Wassermassen, die jetzt in der frühen Dry Season von den Felsen herunter rauschen sind noch gewaltig. So können wir uns gut vorstellen, wie sie während der Regenzeiten hier herunter donnern. Dann ist das Plateau völlig überschwemmt und nur aus der Luft erreichbar.

Upper Mitchell Falls

 

Dienstag, 22. Juni 2004
Nachdem das Wasser die Upper Mitchell Falls und etwas weiter unten die Lower Mitchell Falls heruntergerauscht ist, fließt der Mitchell River als breiter Strom ins Meer, gesäumt von ausgedehnten Mangrovenwäldern. Doch es gibt kaum Wege dahin, nur einige sehr abenteuerliche und fahrzeugquälende Buschtracks. Wir haben uns heute morgen einen Flug in einem offenen Helicopter über die Mitchell Falls entlang des Escarpment bis zur Mündung geleistet. 100 AUD$ pro Person für 25 aufregende und sehr windige Minuten. Es hat sich gelohnt und war viel billiger als eine eventuell gebrochene Achse, zerrissene Reifen oder sonstige Schäden am Landcruiser.

 

Auch die Kimberley, eine Landschaft geprägt durch Zyklone und lange heiße Trockenperioden ist seit vielen Jahrtausenden von Aboriginals besiedelt und das Wissen um die "Spirits", die das Wettergeschehen und somit das Leben der Menschen beeinflussen, wurde in zahlreichen Rock Art Sites dargestellt. Es gibt im Wesentlichen zwei sehr unterschiedliche "Kunststile", die Gwions und die Wandjinas.

Die Gwions, kleine zarte Felszeichnungen mit vielen Details werden auch häufig nach ihrem weissen Entdecker "Bradshaws" genannt und sind sehr alt, mindestens 10.000 - 20.000 Jahre. Über ihre Ursprünge und Bedeutungen gibt es viele Theorien, aber kein Wissen. Auch die Aborigines kennen keinerlei Überlieferung und die Bekleidung und die mitgeführten Gegenstände der dargestellten Figuren sind ihnen unbekannt. Eine Theorie behauptet daher, daß schon vor den Aboriginals andere Menschen hier gelebt haben.

Gwions (Bradshaw Paintings

 

Die Wandjinas, große Gesichter mit riesigen Augen, aber ohne Mund sind mit der Schöpfung und dem lebenspendenden Regen verbunden und müssen jedes Jahr erneuert werden. Leider geht das Wissen mit dem Tod der alten initiierten Männer unwiederbringlich verloren, die Traditionen werden nicht fortgeführt und die Malereien werden allmählich verwittern. Oft wurden die Wandjinas, die aus neuerer Zeit stammen über die viel älteren Gwions gemalt, vielleicht, um sie zu überdecken.

In der Nähe von Wandjinas findet man sehr häufig Begräbnisstätten, in denen noch Teile von menschlichen Skeletten liegen. Traditionsgemäß wurden verstorbene Aborigines nicht in der Erde begraben, sondern in Bäume gelegt und von den Vögeln gefressen, die Knochen wurden in die Rinde des Paperbark Tree gewickelt und in Felsnischen oder Höhlen bestattet. Dieser Kontakt zu den Ahnen ist in der Kultur der Aborigines von sehr großer Bedeutung.

Burial Site

Mit dem Anwachsen des Tourismus wurden zahlreiche Stätten zerstört, die Zeichnungen weggewischt und die Gräber geschändet. Das führt nun leider dazu, daß viele Sites umzäunt und abgesperrt werden.

Upper Mitchell Falls
Lover Mitchell Falls
Mitchell River
Gwions (Bradshaw Paintings
Wandjina Paintings

monsoon forest

 

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© 2004 Ingrid Weidig, Bernhard Boedeker
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