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To Kakadu And The Kimberley

Dienstag,1. Juni 2004
Vollmondnacht in einer "Lost City". Das leicht verschleierte Mondlicht lässt die uralten, durch Wind und Wasser geformten Sandsteintürme gespenstisch erscheinen. Alles ist deutlich zu erkennen, nur keine Farben. Die Schluchten und Labyrinthe zwischen den bis zu 25 m hohen verwitterten Felsen, die kleinen Gärten, bewachsen mit Gum Trees und Wollybutts, überwuchert mit hohem Gras, könnten seit Urzeiten Schauplatz geheimnisvoller Zeremonien gewesen sein. Jetzt ist alles still, der Duft der blühenden Eukalyptusbäume zieht an uns vorbei, und nur das gelegentlichte Flappen der ledrigen Flügel eines 'Flying Fox' oder anderer Fledermäuse ist zu hören. Flying Foxes ernähren sich vom Nektar der Blüten und tragen die Pollen der Bäume weiter.

Lost City

Wir campen mitten in dieser Wildnis, ganz in der Nähe des Sly Creek, nur ein schlichtes Schild an der Nathan River Road weist zur Southern Lost City, der Weg dahin ist eine wenig benutzte Fahrspur. 4WD only.


Track to the Lost City

 

Das Gebiet von der Nathan River Road bis zur westlichen Küste des Gulf of Carpentaria soll in naher Zukunft ein riesiger Nationalpark werden: Limmen-Bight National Park, 8.000 bis 10.000 Quadratkilometer groß, die Schilder stehen schon, obwohl die Landrechte noch nicht geklärt sind zwischen der Regierung, den ansässigen Rinderfarmen und den Traditional Owners, den Aboriginals.

Am Samstag waren wir von Mount Isa in Richtung Norden nach Burketown an die Golfküste, dann entlang des Savannah Way weiter nach Nordwesten ins Northern Territory, nach Borroloola, und von dort auf den Track Richtung Roper Bar gefahren. Vor rund einer Woche hatte es hier heftige Regenfälle gegeben, sehr aussergewöhnlich in dieser Jahreszeit. Die Gravelroads haben Überflutungsschäden, wir müssen zahlreiche Creeks und Flüsse durchqueren. Überall haben sich Billabongs (Teiche) gebildet, kleine Pardiese für Wasservögel.

Diese Jahreszeit der beginnenden Dry-Season ist auch die beste Zeit, mit dem Firemanagement zu beginnen: Kleine Buschfeuer werden gelegt, das alte Gras wird abgefackelt, doch da der Boden noch feucht ist, kann sich das Feuer nicht ausweiten und bleibt kontrollierbar. Die Aborigines nennen es Clearing-Up . Danach kann wieder neues Gras wachsen, Känguruhs und Wallebies finden neue Nahrung und die großen vernichtenden Buschbrände am Ende der Trockenzeit, die durch Blitze entstehen, werden vermieden.

Wir sind wieder in den Tropen, die Flüsse, die wir durchqueren, sind von Pandanus Palmen und Paperbark Trees gesäumt, auf den Billabongs blühen die riesigen Waterlillies, weiße Egrets stehen am Ufer und Krokodile lauern unter Wasser auf unachtsame Beute. Hier sind die riesigen Salzwasserkrokodile heimisch, die jedes Jahr wieder unvorsichtige Menschen verschlingen, obwohl an jedem Wasserlauf Warnschilder darauf hinweisen.

warning

 

 

Lost City
Lost City
creek crossing
bushfire
billabong

Wollybutt    spider at paperbark tree    waterlilliy

Samstag, 5. Juni 2004
Von der Lost City aus ging es weiter nach Norden, wir haben am Towns River gecampt und in der Nacht den im Fluß planschenden Krokodilen zugehört, und sind am nächsten Morgen nach Westen bis Mataranka und weiter auf dem Stuart Highway in nördlicher Richtung nach Katherine gefahren. Wir sind jetzt im tropischen Top End des Northern Territory. Auch hier hatte es vor rund zwei Wochen heftige Regenfälle und zahlreiche Überschwemmungen gegeben. Und jetzt summen überall die Mozzies, wie die garstigen Stechmücken von den Australiern "liebevoll" genannt werden. Von Katherine aus sind es nur noch 150 km bis zum Kakadu National Park.

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© 2004 Ingrid Weidig, Bernhard Boedeker
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