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Southern Ocean To Simpson Desert

Sonntag, 25. April 2004
Tagesanbruch in der Simpson Desert. Es ist noch lausig kalt, ca 7° Celsius. Totenstille ringsum. Die Tiere der Wüste machen keinen unnötigen Lärm. Alles hier ist Trockenheit und Staub. Das Klima greift die Haut an, macht sie rissig und spröde, wie das Land. Gegen 7.30 Uhr Sonnenaufgang,danach ein heißer Tee zum Aufwärmen. Ein Dingo ist über Nacht im Camp gewesen, seine Spuren verraten ihn. Mit der Hitze der Sonne kommen auch die Fliegen. Zum Glück weht ein kühler Südwind, der der Hitze entgegenwirkt.

Wir sind zuerst der Rig Road gefolgt und dann geradeaus auf der Waa-Line weitergefahren. Je weiter wir ins Zentrum der Wüste kommen, desto weicher und tiefer wird der Sand. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 15 - 20 km je Stunde haben wir uns durch den Sand gewühlt, manchmal in bedenklicher Schräglage, jeden Tag mehrere Stunden lang. Übernachtet haben wir am Track, irgendwo zwischen zwei Dünen. Der Sand hier kommt in allen Farbschattierungen zwischen rot und fleischfarben-rosa vor und ändert seine Farbe je nach Sonnenstand. Wir haben immer früh genug unser Camp aufgeschlagen, um noch ausgiebige Spaziergänge durch die Wüste im Abendlicht machen zu können. Dann leuchtet der Sand.

Camp near the "Knolls"

Seit gestern campen wir am trockenen Lake Tamblyn nahe den "Approdinna Attora Knolls", kleinen Gipshügeln, geformt aus Ablagerungen eines ehemaligen Sees und umgeben von dichtem Gidgee-Gebüsch, das auch lange Trockenperioden überdauern kann. Nur sehr langsam wachsen die Büsche zu knorrigen Bäumen heran.

 

 

Dienstag, 27. April 2004
Von den Knolls, weiter über die French Line bis zur Poeppel Corner, wo South Australia, Northern Territory und Queensland aufeinandertreffen, haben wir uns durch den Wüstensand gewühlt. Insgesamt sind uns in den vergangenen sechs Tagen drei Einzelfahrzeuge und eine 'party' mit vier und eine mit drei Autos begegnet.

on the track

Je weiter wir nach Osten kommen, desto "freundlicher" wirkt die Wüste. Im Westen herrschte trockener Spinifex vor, seit den "Knolls" finden wir immer mehr Cane Gras, manchmal sogar kleine blühende Büsche und Gidgee Sträucher, in denen sogar kleine Vögel zwitschern.


In unserem letzten Desert Camp sind wir von Gewittern umgeben, Blitze zucken am Horizont, der Wind hat gedreht und kommt von Osten und bringt den Geruch von feuchtem Lehm und Eukalyptus zu uns in die Wüste.

 

campfire

 

Mittwoch, 28. April 2004
Wir sind in der letzten Nacht vom Regen verschont geblieben. Nur ein paar Tropfen. Nachts heulten Dingos.
Heute morgen haben auch noch die höchste Düne der Simpson Desert überwunden: Big Red, und sind dann nach Birdsville weitergefahren.Als wir gegen Mittag angekommen sind, begann es heftig zu regnen, und auch hier wieder derselbe Geruch wie gestern abend. Der erste Regen seit vielen Monaten, nach einer Stunde ist alles vorbei, aber die Luft wirkt kühler und weniger staubig.

sunrise
Lake Tamblyn
The Knolls
sanddune
thunderstorm

fog in Birdsville   fog in Birdsville

 

Caravanserie Cafe   Karsten

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Donnerstag, 27. April 2004
Nebel in Birdsville! So etwas hat es hier seit 18 Jahren nicht mehr gegeben. Wie ein Novembertag in Deutschland. Die feuchte saubere Luft ist ein Wohltat für die wüstengeschädigte Haut. Das Ereignis ist sogar eine Nachricht im Fernsehen wert. und ein Fotos davon wird morgen im "Australian" erscheinen. Erst am Mittag löst sich der Nebel allmählich auf.

Wir werden zwei Tage hier bleiben, nach dieser anstrengenden Fahrt brauchen wir etwas Zivilisation mit fließendem Wasser und der Toyota eine gründliche Inspektion und einige Reparaturen.

Und wir genießen "echten" Cappuccino (aus einer Espressomaschine) und Croissants (tiefgekühlt aus Adelaide) im Caravanserai Café von Karsten und Wolfgang John.

© 2004 Ingrid Weidig, Bernhard Boedeker
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