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Southern Ocean To Simpson Desert

Mittwoch, 21. April 2004
Wir verlassen den Oodnadatta Track, der eigentlich noch weitere 210 km nordwestlich nach Marla führt, in Richtung Witjira National Park und Dalhousie Springs. Der erste Abschnitt ist ein guter Station-Track, der Abzweig nach Pedirka ist eine Qual für Mensch und Auto. Der stark 'corrugierte' und sehr steinige Weg zwingt uns zum Langsamfahren und rüttelt alles durcheinander. Am Nachmittag erreichen wir Dalhousie Springs, ein ausgedehntes Netz artesischer Moundsprings, die hier kleine Seen aus warmem Quellwasser bilden.

 

 

Einige Kilometer vorher zeigt die Ruine einer Homestead inmitten von Dattelpalmen an, wie unerbittlich die Wüste hier ist. 1872, nach einigen guten Regenjahren errichtet, war sie schon bald am Rande des Ruins:
"Cattle and horses are dead everywhere in thousands ... Never did I dream we should reach this", wrote a son of Francis Treolar).
1925 wurde die Station aufgegeben, übrig gelieben ist eine kleine, eher afrikanisch wirkende Oase inmitten staubtrockener Gibber Plains, mit einem Palmenwald rund um eine Quelle. Wie die Dattelpalmen hierhin gekommen sind, ist ungewiß, vielleicht waren es afghanische Kameltreiber, die hier Rast gemacht hatten. Es könnte aber auch ganz anders gewesen sein.

Am Abend erleben wir einen Sonnenuntergang, der an ein riesiges Feuer erinnert. Wir stehen einfach nur da. sehen dem Schauspiel staunend zu und vergessen dabei, daß Moskitos Waterholes wie dieses lieben und nach Sonnenuntergang blutdurstig sind. Ich habe mindestes 20 Mückenstiche am linken Oberarm, die restlichen zähle ich erst gar nicht mehr.

Donnerstag, 22. April 2004
Von Dalhousie aus erreichen wir nach gut 40 km die Floodplains des Finke River. Alles ist knochentrocken, wahrscheinlich hat der Finke auf seinem 2.500 km langen Weg durch Central Australia kein Wasser bis in die Wüste gebracht. (Im November hatten wir fast eine Woche an einem seiner schönsten Wasserlöcher, Boggy Hole in der Finke Gorge, gecampt.) Die Überflutungsebene ist hier 10 km breit und wir können uns vorstellen, welche Wassermassen der Fluß transportieren kann, wenn es in den MacDonnell Ranges ausgiebig geregnet hat.

Finke Flooplain

Bald danach erreichen wir die erste der rund 1100 Sanddünen der Simpson Desert, die sich noch bis weit ins Northern Territory hinein ausdehnt. Die Dünen verlaufen parallel zueinander in Nord-Südrichtung, und einige sind hunderte von Kilometern lang. Sie sind durchgehend mit Spinifex oder Cane Gras bewachsen.

Jetzt liegen sie noch alle vor uns, unsere gesamte Strecke ist knapp 400 km lang, nichts als Sandünen, Claypans ("Lehmebenen") und Salzseen. Hier kommt man nur mit dem 4WD-Fahrzeug durch, manchmal auch nur im "low gear" Gang und mit stark reduziertem Reifendruck, da man sich andernfalls hoffnungslos eingraben würde.

Die Tracks durch die Wüste wurden in den 60-er Jahren von Ölgesellschaften mit Bulldozern ziemlich geradeaus durch die Landschaft gezogen und haben eigenwillige Namen wie WAA-Line, French Line, QAA-Line oder Rig Road. Die Hoffnung vom Ölreichtum hat sich zerschlagen, einige verlassene Bohrlöcher sind noch zu sehen. Jetzt nutzen nur noch Touristen diese Tracks; wir sind die Strecke vor rund 4 Jahren schon einmal in umgekehrter Richtung gefahren. Diese Wüsten-Durchquerung ist ein echtes Highlight, wenn man sich nicht vor der Einsamkeit, der weiten Entfernung von der Zivilisation, fürchtet.
Die Australier nennen das "Remoteness" und fahren deshalb meist in 'parties' (3 bis 5 Fahrzeuge).

Im Juli 2000 hatten wir zudem das besondere Glück, daß es einige Wochen zuvor in der Wüste geregnet hatte und die roten Sanddünen mit gelben und weißen Blumen übersät waren, wie ein wunderschöner riesiger Garten, der nach Honig duftete. Diesmal erleben wir sie sehr trocken.

 

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Dalhousie Ruins
sunset at Dalhousie Ruins

© 2004 Ingrid Weidig, Bernhard Boedeker
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