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Down South To The High Country

Freitag, 9. Januar 2004
Die Goldstadt Charters Towers (9.000 Ew.) erreichen wir nach weiteren 450 km auf der einsamen Gregory Developmental Road durch ebenes Savannenland, das allmählich in die Hügel der Central Highlands übergeht.

Goldsucher waren in Queensland die eigentlichen Pioniere, die sich auf der Suche nach Reichtum und Glück immer weiter in den wilden tropischen Norden hinaufwagten und dabei sehr oft ihr Leben verloren. Nach spektakulären Goldfunden 1871 wurde der Ort gegründet, es folgten die Händler und Farmer.

Charters Towers City Hall

Lange war Charters Towers die zweitreichste Stadt Queenslands. Das "große" Gold reichte bis etwa 1920, seit den 80-er Jahren wird mit moderner Technik wieder Gold in der Region abgebaut.

Weitere 480 km südlich sind wir in der Edelsteinregion und die Orte tragen vielversprechende Namen wie Emerald (Smaragd), Rubyvale oder Sapphire. Kurz vor Emerald überqueren wir den Tropic of Capricorn bei
23° 27' Süd. Rein rechnerisch haben wir die Tropen verlassen. Doch die Tropical Thunderstorms bleiben uns erhalten. Es sind die Ausläufer ausgiebiger Monsunregen über dem Northern Territory.

Das Land wir von Tag zu Tag grüner, tausende Schmetterlinge schlüpfen jetzt aus, leider beenden einige ihr kurzes Leben an unserer Windschutzscheibe.

Samstag, 11. Januar 2004
Carnarvon Gorge National Park. Wir sitzen auf dem Campground fest und können nicht aus der Schlucht heraus, da die zu durchquerenden "Bäche" nach sehr heftigen und langanhaltenden Gewittern in der vergangenen Nacht unpassierbar geworden sind. Einen schnell strömenden Creek mit einer Wassertiefe von 1.6 Metern kann kein normaler Geländewagen durchqueren. Einer hat es heute früh dennoch versucht, ist aber dabei abgetrieben worden und hat seinen Wagen ruiniert. Glücklicherweise ist den Menschen nichts passiert. Ein Gerücht geht um: "He is a policeman, he should have known better, but he risked the life of his wife and three little children. Unbelievable!"

Hier in der gemeinsamen Camp-Kitchen sitzen wir zusammen mit den teilweise schwer durchnässten und unausgeschlafenen Zeltbewohnern und warten beim Frühstück darauf, daß der Regen endlich aufhört. Aber selbst dann kann es noch Tage dauern, bis die Flüsse wieder passierbar sind. Zum Glück ist es warm und die Stimmung noch optimistisch. Gegen Mittag hört der Regen auf, die Sonne kommt durch die Wolken, und tausende Zikaden beginnen sofort wieder mit ihrem ohrenbetäubenden "Gesang". Das Zirpen einzelner Zikaden erinnert uns an Mittelmeer-Ferien-Sommertage, aber tausende davon gleichzeitig sind eine echte Ohrenqual! Das sehr hochfrequente Geräusch windet sich regelrecht durch das Gehirn, und es ist kaum möglich, sich draussen zu unterhalten.

 

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Überflutungen bei Rolleston

Charters Towers

Die Carnarvon Gorge ist einer der landschaftlichen Höhepunkte der Central Highlands mit einem wunderschönen 12km langen Wanderweg durch die Schlucht. Immer wieder muß man dabei den Carnarvon Creek durchqueren, kommt so in Seitenschluchten mit Moosgärten und an zahlreichen Felsüberhängen mit sehr schönen Aboriginal Wandzeichnungen und Eingravierungen vorbei. Vor dreieinhalb Jahren haben wir diese Wanderung schon einmal gemacht. Doch jetzt bleibt der Track leider wegen Überflutung geschlossen.

Dienstag, 13. Januar 2004
Die Straße ist wieder frei, doch der Wanderweg bleibt weiterhin geschlossen. "Track closed due to flooding until further notice - we apologise for any inconvenience". Wir fahren weiter in Richtung Südosten.

Samstag, 17. Januar 2004
"Wet, wet, wet" oder "emegency aid for swamped west". Alle Zeitungen berichten von den großen Überflutungen durch die Regenfälle der letzten Tage. Zahlreiche Flüsse sind über die Ufer getreten, auch solche, die nur sehr selten Wasser führen. Selbst in Brisbane und an der Goldcoast sind zahlreiche Straßen überflutet ...

© 2004 Ingrid Weidig, Bernhard Boedeker
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