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Going North To Cape York

Sonntag, 30. November 2003
Seit Mittwoch Abend sind wir in Cooktown, der nördlichsten Stadt an der Küste, die noch halbwegs gut zu erreichen ist. Auffallend sind die vielen Toyotas. Für den Massentourismus ist sie zu abgelegen und jetzt gehört sie den rund 1.350 Einheimischen. Cooktown galt lange als "Last Frontier" der Zivilisation und war einst eine ansehnliche blühende Stadt mit weit über 30.000 Einwohnern, 22.000 davon Chinesen!

Von all dem ist jetzt nichts mehr übrig. Einige alte Gebäude aus den besseren Zeiten, sogar ein paar Prachtbauten, finden sich entlang der Straßen. Das ehemalige Convent der "Sisters of Mercy" beherbergt jetzt das äußerst interessante "James Cook Museum". Dazu gibt es einen Supermarkt, eine Tankstelle, einen Andenkenladen, ein paar Reparaturwerkstätten und einen Friedhof.

Im Juni 1770 entstand hier die erste weiße Siedlung Australiens als der berühmte Captain James Cook hier sein Schiff "Endeavour" gegen ein Riff gesteuert hatte und es reparieren mußte. Der Fluß, in dessen Mündung sein Schiff vor Anker lag, heißt Endeavour River

Rund ein Jahrhundert später wurde der Endeavour River zum Einfallstor für den "Palmer River Goldrush" (1873 -1883). Cooktown begann als Zeltstadt, schnell siedelten sich Händler, Banken, Bars, Bordelle und chinesische Gebetshäuser an. Die durchaus kannibalistischen Ureinwohner wehrten sich zuerst vehement, doch sie wurden gnadenlos umgebracht und viele Stämme endgültig ausgelöscht.
Auch die Chinesen waren den Weißen suspekt und äußerst unbeliebt. Mitunter hängte man sie kurzerhand an ihren Zöpfen (pigtails) auf. Einige Chinesen jedoch bauten frisches Gemüse an, das sie einmal pro Woche in die Stadt brachten. Dann war für kurze Zeit der Rassismus vergessen.


Die Bevölkerung ist jetzt zu gleichen Teilen weiß und schwarz, mit allen denkbaren Mischungen der Hautfarbe. Das Zusammenleben scheint überwiegend friedlich und unproblematisch zu sein. Es gibt einen Pub, in dem sich meist Aborigines aufhalten und einen, der überwiegend von Weißen besucht wird. Auch hier sind die Pubs der soziale Mittelpunkt des Ortes.

 

Wir "wohnen" auf einem Campground am Rand des Ortes inmitten eines "Paperbark-Tree Woodland". Das sind riesige uralte Bäume, die im Wind knarren wie alte verrostete Türen. Das Wildlife dieses Campingplatzes ist faszinierend. Hier haben wir zum ersten Mal den Vogel "Yellow Oriole" gehört, der den ganzen Tag lang aus der Höhe der Bäume wohltönende Rufe wie "chong, chong chogong" aussendet, die dann von seinen Artgenossen beantwortet werden.

Yellow Oriole

Dazu sind zahllose andere Vögel zu hören und zu sehen, mit teils angenehmen Lauten, aber auch die kreischenden Rainbow Lorikeets, wenn sie sich um reife Mangos zanken. Durch das dichte Gebüsch laufen Brush-Turkeys, Curlews und große Goannas (Echsen). Und natürlich neugierige Wallabies.

Brush Turkey

Da jetzt keine Touristen-Saison ist, sind wir in dem Waldstück meist alleine, einige Caravanbesitzer haben ihre Wohnwagen in einem anderen Teil des riesigen Geländes. Meist faulenzen wir, lesen, hören den Vögeln zu oder laufen mit dem Teleobjektiv hinter dem Wildlife her.

Wallaby

Veranda of the James Cook Museum
at the Endeavour River
Cooktown Mainstreet
Paperbark Woodland
Rainbow Lorikeet    Rainbow Lorikeet
Pub
in the Pub
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© 2003 Ingrid Weidig, Bernhard Boedeker
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