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Going North To Cape York

Mittwoch, 26. November 2003
Die Stadt Cairns ist in den letzten 5 Jahren furchtbar in die Breite gegangen, kaum wiederzuerkennen. Hier ist alles Kommerz.
Der Großraum um Cairns ist zivilisiertes Farmland, hier wächst alles was "tropisch" ist: Bananen, Ananas, Mangos, Papayas, Kaffee, Tabak und vor allem Zuckerrohr. Dafür wurden riesige Flächen des uralten tropischen Regenwaldes gerodet. Mit dem Zucker kamen die Menschen, die Holzindustrie und die großflächige Besiedelung des Landes. Ein kleiner Teil des Urwaldes konnte in den 80er Jahren als "Daintree National Park" gerettet werden und ist auch als "Wet Tropics World Heritage Area" von der UNESCO aufgelistet.
Daneben entstand eine Vielzahl winziger Nationalparks, die kleinere Regenwaldgebiete, Schluchten und Wasserfälle schützen. So entstand ein Patchwork aus National Parks, Farmland, Zuckerrohrfeldern und Siedlungen.

75 km nördlich von Cairns muß man mit einer Autofähre über den Daintree River und sofort ist man im Daintree National Park, einem wunderschönen tropischen Regenwald mit verschiedenen Palmenarten, Philodendren, klaren Flüssen, weißen Stränden und Mangrovensümpfen. Da das Gebiet gebirgig und unzugänglich ist , war es glücklicherweise für die Zuckerindustrie uninteressant.

Durch den südlichen Teil führt eine schmale Asphaltstraße bis zum Cape Tribulation, das mit einigen Campgrounds und noblen Lodges in den letzten Jahren ziemlich kommerzialisiert worden ist. Nördlich davon wird die Straße zum Geländewagen-Track, und der Wald viel wilder und ursprünglicher.

Diese riesigen Urwaldpflanzen, das in unendlichen Abstufungen vorkommende Grün und der ununterbrochene Sound der zahllosen Vogelarten sind so fantastisch, daß wir beschließen, eine Nacht am Cape Tribulation zu bleiben undnehmen an einer geführten Nachtwanderung durch den Dschungel teil; trotz der Hitze bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit. Es gibt hier zur Zeit übrigens erstaunlich wenige Moskitos.

Daintree National Park: fast wie im Paradies. Aber!
Das Paradies hat Tücken, jetzt im Sommer sind es die Marine Stingers, hochgiftige Quallen, die mit ihren Tentakeln Menschen verletzten und sogar töten können. Und Krokodile gibt's natürlich auch und Schlangen, giftige oder würgende. Nicht zu vergessen die Spinnen. Bisher haben wir uns aus dem Wasser herausgehalten, Schlangen haben sich uns nicht genähert, und die berüchtigten "Redback Spiders" sitzen gerne unter Klodeckeln. Die sollte man vorher gründlich inspizieren.

Selbst die Pflanzen hier sind gemein: 'Stinging Gympie Gympie Plants', die bis zu 6m hoch werden und viel viel schlimmer brennen als Brennesseln, oder "Wait-a-While", eine Ranke mit Widerhaken, die im Dschungel kaum sichtbar von hohen Bäumen herunterhängt und sich gnadenlos in Haut oder T-Shirts verfängt. Es dauert dann wirklich eine Weile bis man sich daraus befreit. Das haben wir selbst auf einer Wanderung leidvoll erfahren.

 

 

Am Ende der Wildnis, kurz vor der Zivilisation kommen wir noch am Lion's Den Hotel vorbei. Ein 'Bush Pub" von 1875. Eine Mischung aus Heimatmuseum, Skurrilitäten-Sammlung, Kneipe und Hotel. Aber noch sehr lebendig. Fast jeder auf dem Weg von Cairns nach Cooktown und zum Cape York schaut mal kurz herein, Touristen und Einheimische gleichermaßen. Die nächste Stadt ist Cooktown.

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© 2003 Ingrid Weidig, Bernhard Boedeker
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