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Going North To Cape York

Sonntag, 23 . November 2003
Unser Ziel steht fest: Wir wollen nach Cairns an die Ostküste in Far North Queensland, das sind rund 700km. Es gibt zwei Möglichkeiten: über den asphaltierten
Savannah Way via Croydon, Georgetown, Mareeba nach Cairns, oder die nördliche Route, eine Dirtroad durch die südliche Cape York Halbinsel, die Savannah Way Alternative Road. Sie führt rund 600 km durch das Nichts, nur ein paar Stations liegen an der Straße. Wir entscheiden uns für die Alternative Route, trotz drohender Regenzeit und der damit verbundenen Gefahr nach einem heftigen Gewitter irgendwo für ein paar Stunden oder Tage auf der dann unpassierbaren Strecke festzuhängen. Dort sind wir im "black-soil-country",das ist so ungefähr die matschigste Erde, die in Kombination mit Regen vorstellbar ist.

Für alle Fälle haben wir genügend Vorräte und Trinkwasser. Bei unserer Abfahrt in Karumba ist der Himmel strahlendblau, das Land liegt staubtrocken in der flirrenden Hitze.

Die Brahman Rinder am Straßenrand sehen furchtbar abgemagert aus - für unsere Augen zumindest. Es sind schöne Tiere in allen Farbschattierungen von weiß über braun nach fast schwarz. Sie stehen oft mitten auf der Straße und zwingen uns zu bremsen, machen dann aber doch den Weg frei und galoppieren mit unglaublich schnellen und leichten Bewegungen davon.

 

 

Als wir gerade die halbe Strecke hinter uns haben, türmen sich riesige Wolkenmassen vor uns auf. Wir haben Glück, das Gewitter entlädt sich, bevor wir ankommen, aber die Straße ist voller Pfützen und Schlamm. Müssen wir jetzt umkehren?

Nach wenigen Kilometern erreichen wir Dunbar Station, und fragen dort nach den Straßenverhältnissen. Das sei harmlos, erfahren wir, Vor kurzem seien Besucher von ihnen in die selbe Richtung gefahren wie wir, und bisher wohl nicht steckengeblieben. Also versuchen wir es auch. Es wird eine ziemliche Schlammfahrt und nach 80 km beschließen wir, zu übernachten und morgen weiterzusehen.

Der Busch duftet stark nach Eukalyptus, nasser Erde, Gras und Kräutern. Als seien alle Gerüche wach geworden. Die Gewitter entladen sich weiter, aber wir sehen die Blitze nur als Wetterleuchten am Himmel, hören den Donner nicht. Dafür aber ein fantastisches Abendkonzert der Vögel und Zikaden. Um uns flattern Flughunde, die hier flying foxes genannt werden. Es kann so unheimlich schön sein im Busch, ganz ohne "Sehenswürdigkeiten".

Montag, 24. November 2003
Die Erde trocknet schnell, die Sonne erwärmt das Land sofort wieder, trotzdem sieht alles jetzt ein wenig sauberer und frischer aus. Es sind noch einige Pfützen zu durchqueren und am frühen Nachmittag erreichen wir die Stadt Cairns.

 

Wir steuern zielbewußt die Ellis Beach an, und werden an genau dem Platz übernachten, an dem wir vor 5 Jahren und 5 Monaten unsere erste Tour durch Australien begonnen hatten. Vor uns der Südpazifik mit dem Great Barrier Reef, hinter uns das Küstengebirge mit tropischem Regenwald.
Nach 9.501 km haben wir den Kontinent von Südwesten durch die Mitte nach Nordosten durchquert!


Savannah Way Alternative Route
Brahman cattle
wet dirtroad
termite mounds
Cainrs Rainforest Cainrs Ellis Beach Campground
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© 2003 Ingrid Weidig, Bernhard Boedeker
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