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Alice And The Red Centre

Dienstag, 4. November 2003
Wir haben wieder einen Tag Zwischenstation in Alice gemacht, zum Duschen, Wäsche waschen und Einkaufen. Und wir haben uns den Film "Follow the Rabbit Proof Fence" angesehen, über drei Aborigine Mädchen, die aus ihrem Dorf Jiggalong im Norden West-Australiens verschleppt und in die Moore River Mission nahe Perth verschleppt worden sind. Es gelang ihnen, zu flüchten und entlang eines von Norden nach Süden führenden Kaninchen-Abwehrzauns nach Jiggalong zurückzufinden.
Es war bis in die 50er Jahre des 20. Jhds üblich, Mischlingskinder aus ihrer Aborigine-Familie herauszunehmen und in weißen Kinderheimen aufzuziehen, um sie zu "richtigen Australiern" zu machen. Insbesondere kirchliche Missionen waren gerne zu diesen Diensten bereit. Viele Kinder der "Stolen Generation" fanden nie zu ihrer Familie und ihrer Kultur zurück.

Jetzt sind wir in Hermannsburg, einer ehemaligen deutsch-lutheranischen Mission, 125 km westlich von Alice Springs. Sie liegt jetzt wieder auf dem Land der Western Aranda Aboriginal People, das ihnen schon vor der Ankunft der Weißen Siedler viele Jahrhunderte lang Nahrung, Wasser und Lebensraum geboten hatte. Entlang des Finke River trieben sie trieben Handel bis nach Südaustralien.

"To civilise and convert the heathen" - die heidnischen Eingeborenen zu zivilisieren und konvertieren - war das erklärte Ziel der Lutheraner, die 1877 Hermannsburg erbauten. Zwar waren sie nicht generell der Ansicht, wie so viele Siedler, daß alle Aborigines mordlustig und den Europäern untergeordnet seien, doch der christliche Glaube war ihnen auf jeden Fall höherrangig als die uralte Spiritualität der Aranda. 1982 wurde die Mission geschlossen, 1987 restauriert und kann jetzt besichtigt werden.

Obwohl hierhin wohl keine "gestohlenen" Kinder gebracht worden sind,, ist ein gewisser Geist von "Zucht und Ordnung" noch deutlich in den Räumen zu spüren, auch wenn sie jetzt Museumsräume sind.

Eines der berühmtesten Kinder der Hermannsburg Mission ist der Aborigine Maler Albert Namatjira, der im europäischen Stil die Landschaften der James Ranges und des Finke River gemalt hat. Er hatte zahlreiche Privilegien und wurde als erster Aborigine mit einem Preis ausgezeichnet, doch als er 1959 starb, war er von der weißen Gesellschaft enttäuscht. Es war ihm gelungen, die durchweg negative Einstellung der Weißen gegenüber den Aborigines positiv zu beeinflussen und den Weg zu ebnen für das Papunya Painting Movement, das ein Jahrzehnt später entstand.

Mission Precinct
Mission Church
Hermannsburg Community
Community      Supermarket
1982 wurde das Land im Rahmen des "Land Rights Act" den Aranda People zurückgegeben. Hermannsburg ist jetzt eine Aboriginal Community, mit der ehemaligen Mission als Historischem Denkmal. Im Rahmen der Landrückgabe hat die weiße Regierung hier eine Siedlung errichtet, mit Wohnäusern, Tankstelle und Supermarkt. Die evangelische Gemeinde hat eine neue Kirche neben die alte Missionskirche gebaut.
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© 2003 Ingrid Weidig, Bernhard Boedeker
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